Daniel Stich zur Bröhr-Kandidatur

Veröffentlicht am 30.10.2019 in Landespolitik

Die Bröhr-Show oder der doppelte Fehlstart der CDU Rheinland-Pfalz

 

Der CDU-Landrat aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis Marlon Bröhr hat heute angekündigt, sich beim CDU-Landesparteitag am 16. November um die Spitzenkandidatur seiner Partei für die Landtagswahl 2021 zu bewerben. Der rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretär Daniel Stich kommentiert:

 

„Die Bewerbung von Marlon Bröhr zeigt, dass sich die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner mit ihrem Plan für die Landtagswahl verzockt hat. Julia Klöckner wollte keine Basis-Entscheidung über die Spitzenkandidatur, sondern ihren Kandidaten Christian Baldauf schnellstmöglich auf einem vorgezogenen Parteitag auf den Schild heben. Doch dem fehlt offenbar der Rückhalt an der Basis: Mit Marlon Bröhr gibt es jetzt einen namhaften Gegenkandidaten aus der kommunalen Familie der CDU. Und der CDU-Gemeindeverband Kirchberg will einen Mitgliederentscheid über die Spitzenkandidatur. Offensichtlich hat Julia Klöckner es versäumt, im Vorfeld die richtigen Gespräche zu führen. Sie scheint in Berlin das Gespür für ihren CDU-Landesverband verloren zu haben. Mit seiner Kritik an der Hinterzimmermentalität der Parteispitze legt Marlon Bröhr zudem den Finger in die Wunde und holt zum Frontalangriff auf Landtagsfraktion, Landesvorstand und Landesvorsitzende aus. Das zeigt, wie zerrissen die rheinland-pfälzische CDU ist.“

 

Darüber hinaus bröckele mit der Bröhr-Kandidatur Christian Baldaufs Strategie für den Wahlkampf, bevor dieser überhaupt begonnen habe, so Stich: „Christian Baldauf wollte der Öffentlichkeit bislang weismachen, dass die CDU als geschlossenes Team in den Wahlkampf ziehen wird. Die Landräte sollten dabei die wichtigste Stütze für eine sogenannte regionalisierte Kampagne werden. Jetzt wird klar: Ausgerechnet bei den Landräten fehlt Baldauf der Rückhalt, einer kandidiert sogar lieber selbst.“

 

„Christian Baldauf wollte auf dem CDU-Landesparteitag seine Schäfchen schnell ins Trockene bringen. Aber nicht einmal dies scheint ihm reibungslos zu gelingen“, so Stich. „Das offenbart seine eklatante Führungsschwäche. Hier rächt sich Baldaufs Politik der langen Leine.“

 

Daniel Stich weiter: „Mit Blick auf die Bröhr-Baldauf-Bredouille bleibt es bis zum 16. November spannend bei der CDU Rheinland-Pfalz. Endet die Bröhr-Show im Baldauf-Frust? So oder so: Es ist ein doppelter Fehlstart für Christian Baldauf. Dem designierten Spitzenkandidaten fehlt der Rückhalt an der Basis und eine belastbare Wahlkampfstrategie. Das lässt die überhebliche Ankündigung von CDU-Generalsekretär Gerd Schreiner, der seine Partei kürzlich bereits zum sicheren Sieger der Landtagswahl 2021 erklärt hatte, noch skurriler und abgehobener wirken. Für uns als SPD ist schon lange klar: Wir haben mit Malu Dreyer eine hervorragende Ministerpräsidentin, mit der wir geschlossen und voller Zuversicht, aber in Demut vor den Wählerinnen und Wählern, in die Landtagswahl gehen werden.“

 

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