Reger Austausch beim digitalen Zukunftsforum „Mobilität“ der SPD MYK

Veröffentlicht am 10.08.2021 in Pressemitteilung

Stephan Pauly stellt ÖPNV-Konzept für Kreis Mayen-Koblenz vor

Rahmen des digitalen Zukunftsforums „Mobilität“ der SPD Mayen-Koblenz und der SPD-Kreistagsfraktion gingen zahlreiche Teilnehmer gemeinsam mit Stephan Pauly, Geschäftsführer der Verkehrsverbund Rhein-Mosel GmbH (VRM), der Frage nach: Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass der Verkehr insgesamt umweltfreundlicher und emissionsärmer gestaltet werden müsse. Wie es gelingen kann, die Mobilität der Menschen zu erhalten und gleichzeitig die Umwelt zu schützen, erklärte Pauly anhand des neuen ÖPNV-Konzeptes für den Kreis Mayen-Koblenz. Er wies darauf hin, dass es aber ohne Verhaltensänderungen jedes Einzelnen nicht gehen werde. Jeder müsse zunächst bei sich selbst anfangen. Liebgewonnene Handlungsmuster müssten hinterfragt und der gewohnte Individualverkehr mit dem eigenen PKW eingeschränkt werden. „Es ist schwierig, gegen die individuelle Mobilität anzukommen. Es fällt nicht leicht, für den ländlichen Raum einen attraktiven ÖPNV aufzubauen, der das Verkehrsangebot für die Fahrgäste trotz demografischen Wandels aufrechterhält und gleichzeitig den steigenden Ansprüchen an Umweltstandards, Modernität und Komfort genügt. Aber wir haben ein überzeugendes Konzept erarbeitet“, schwärmte Pauly.

Ab dem 12. Dezember 2021 wird das überarbeitete und modernisierte ÖPNV-Netz in Mayen-Koblenz mit mehr als 60 aufeinander abgestimmten Einzellinien an den Start gehen. Pauly versprach neue Linien, neue Ziele, dichte Taktungen, bessere Anbindungen, sinnvolle Verknotungen und zahlreiche Umsteigemöglichkeiten – insgesamt ein deutlich verbessertes Angebot mit höherer Verfügbarkeit und Verlässlichkeit. Fünf Linienbündel (Vordereifel, Maifeld, Pellenz, linke und rechte Rheinseite) hat der VRM europaweit ausgeschrieben und den Verkehrsbetrieben mit dem jeweils günstigsten Angebot den Zuschlag erteilt. Der VRM-Geschäftsführer berichtete, dass man von einem nachfrageorientierten auf einen angebotsorientierten Nahverkehr umgestiegen sei, bei dem der Kreis den Leistungsumfang bestimme und mit Verträgen mit einer Laufzeit von 10 Jahren für 

mehr Planungssicherheit aller Beteiligten sorge. Ziel des Grundtaktangebots ist es, dass in allen Orten mit mehr als 200 Einwohnern wochentags zwischen sechs und 20 Uhr alle ein bis zwei Stunden eine Fahrt im ÖPNV angeboten wird. Die kleinen Dörfer werden mindestens alle zwei Stunden mit den Mittel- und Oberzentren verbunden. Größere Gemeinden und Städte werden im Stunden- oder gar Halbstundentakt angefahren. Die Fahrpläne erfahren eine deutliche Ausweitung auf die Abendstunden. Zusätzlich wird es Nacht- und Freizeitbusse geben. Die eingesetzten Fahrzeuge sind überwiegend moderne Niederflurbusse oder technisch zumindest so ausgestattet, dass mobilitätsbehinderte Menschen mit Rollator, Rollstuhl, Koffern oder Kinderwagen bequem ein- und aussteigen können. Zusätzlich verfügen die Busse über eine Klimaanlage und kostenfreies WLAN.

Vom Einsatz von Elektro- oder gar Wasserstoffbussen habe man bewusst abgesehen, da der technische Fortschritt mit den aktuellen Anforderungen wie einer Reichweite von 600 Kilometern in einer topografisch sehr heterogenen Region nicht in Einklang zu bringen sei. Das schaffe die Industrie bisher nicht, so Pauly. Im Wasserstoffbereich gebe es erst Modellversuche und die Serienreife werde frühestens 2025 erreicht. Die VRM-Busse seien aber alles Dieselfahrzeuge und erfüllten die neueste Abgasnorm Euro VI.

Die Initiatoren des digitalen Formats Marc Ruland, Generalsekretär der SPD Rheinland-Pfalz und Kreisvorsitzender, und Achim Hütten, Vorsitzender der Kreistagsfraktion, freuten sich, dass Pauly sich trotz für ihn widriger Umstände die Zeit genommen hatte, mit den Teilnehmern zu diskutieren. Der Geschäftsführer des VRM lebt in Sinzig und es war angesichts der Hochwassersituation nicht selbstverständlich, dass er zur Verfügung stand. Tief betroffen von seinen Schilderungen aus erster Hand gedachten die Teilnehmer der Digitalkonferenz der Opfer der Flutkatastrophe.

 

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