Kreis-SPD: „Kühlturmabriss ist Symbol für eine neue Ära“

Veröffentlicht am 16.08.2019 in Pressemitteilung

Vergangene Woche wurde der Kühlturm des Atom-Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich abgerissen. Es wird noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen, bis auch die restlichen Gebäude der Kraftwerkanlage abgerissen sind. Aus Sicht der Sozialdemokraten haben alle am Abriss Beteiligten ein Teil deutsche – auch europäische – Geschichte geschrieben. Nicht nur, dass der „landschaftsprägende“ Kühlturm vom Horizont verschwunden ist, besonders für die Energiewende ist dieser Tag ein Moment von Ende und Neubeginn zugleich. „Fest steht, dass dieser kolossale Kühlturm ein gefallenes Symbol für eine fehlgeleitete Energiepolitik ist. Die politischen Akteure der damals CDU-geführten Landesregierung haben durch Fehler und Nachlässigkeiten in den Genehmigungsverfahren einen historischen und milliardenschweren Tiefpunkt der vergangenen Jahrzehnte in Rheinland-Pfalz zu verantworten.

Die Baukosten beliefen sich damals auf 7 Milliarden Mark – das AKW lief keine drei Jahre“, so Kreisvorstandsmitglied Johannes Schäfer aus Mayen. „Wir machen uns als Sozialdemokraten dagegen für eine verantwortungsbewusste und zukunftsorientierte Politik stark. Für uns ist Klimaschutz schon lange Herzensangelegenheit. Nicht nur vor Ort hat die SPD gemeinsam mit einer Vielzahl an ehrenamtlich Engagierten und Bürgerinitiativen jahrzehntelang gegen das Atomkraftwerk in Mülheim-Kärlich demonstriert und rechtlich gestritten, auch das Atomausstiegsabkommen der ersten rot-grünen Bundesregierung von 1998 war wegweisender Erfolg für den Rückbau des AKW Mülheim-Kärlich. Das endgültige Aus des Kraftwerks in 2000 wurde durch die SPD-geführte Landesregierung erheblich vorangetrieben. 

Unser Ziel muss es jetzt sein, dass wir langfristige Lösungen finden, wie die moderne nachhaltig Energieversorgung der Zukunft aussehen kann. Es muss sichergestellt sein, dass erneuerbare Energien nicht die Leistungsfähigkeit unseres Stromnetzes verschlechtern. Die Anlagen müssen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort errichtet werden – ausdrücklich nicht gegen sie“, so Schäfer weiter. 

„Abschließend lässt sich festhalten, dass wir bei diesem Atomkraftwerk mit einem ‚blauen Auge‘ davongekommen sind. Allerdings müssen wir als Gemeinschaft immer stärker darauf drängen, dass auch unsere europäischen Nachbarn den Weg zu sicheren Energien finden“, so Tenor der Kreis-SPD.

 

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