Starkes internationales Interesse an erneuerbaren Energien

Veröffentlicht am 19.01.2009 in Energie und Umwelt

Auf Druck der SPD treibt die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien voran - nicht nur in Deutschland. Am Montag wollen fast 50 Staaten in Bonn den Gründungsvertrag der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) unterzeichnen.

Die Agentur, die auf eine deutsche Initiative hin entsteht, wird den Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit als treibende Kraft begleiten und als Ansprechpartnerin für Industrie- und Entwicklungsländer dienen. Ziel wird sein, die politischen Rahmenbedingungen in den fast 50 Staaten, die den Gründungsvertrag unterzeichnen wollen, anzupassen, Kompetenzen aufzubauen sowie Finanzierung und Technologie- und Wissenstransfers für erneuerbare Energien zu verbessern. Die Bundesregierung wird dabei vertreten durch Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Umweltminister Sigmar Gabriel und Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul.

"Die erneuerbaren Energien bergen nicht nur enorme Potenziale für den Klimaschutz und eine sichere Energieversorgung. Eine moderne Klima- und Energiepolitik bietet auch große wirtschaftliche Chancen, das haben viele Staaten erkannt", betonte Umweltminister Gabriel im Vorfeld der Veranstaltung.

Bereits einen Tag nach der Gründungskonferenz wird in einem ersten Treffen der Gründungsstaaten der Aufbau von IRENA besprochen. Im Juni wird über den Sitz der Agentur sowie die Ernennung des ersten Gründungsdirektors oder der ersten Gründungsdirektorin entschieden. Diese Prozesse werden in Deutschland vom Bundesumweltministerium und Bundesentwicklungsministerium in enger Kooperation mit dem Auswärtigen Amt begleitet.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor
Die Gründung der IRENA trägt auch der Tatsache Rechnung, dass der Umweltschutz als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger wird. Mehr als fünf Prozent der Industriegüterproduktion in Deutschland entfielen 2007 auf Umweltschutzgüter. Deutschland ist beim Handel mit Umweltschutzgütern Weltspitze. Das geht aus dem ersten Umweltwirtschaftsbericht hervor, den das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt in der vergangenen Woche gemeinsam vorlegten. Inzwischen sind fast 1,8 Millionen Jobs in Deutschland mit Umweltschutzgütern verbunden.

Entwicklungspolitische Dimension
Erneuerbare Energien sind jedoch nicht nur als Jobmotor von Bedeutung. Gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern sind sie eine Voraussetzung für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Kleinkraftwerke auf Basis von Sonne, Wasser, Biogas oder Erdwärme können direkt vor Ort betrieben werden. Ihre Nutzung lässt sich somit dezentral organisieren, so dass selbst in entlegenen Regionen Energieversorgung möglich und Energiemangel kein Entwicklungshemmnis mehr ist.

Auch für die Armutsbekämpfung haben erneuerbare Energien eine Schlüsselfunktion. Mehr als zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu modernen Energieformen. Darum müssen vor allem Frauen und Kinder viele Stunden am Tag mit der Suche nach Feuerholz verbringen, in denen die Frauen keiner produktiven Arbeit nachgehen und die Kinder keine Schule besuchen können.

Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur wird der Energiebedarf bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent steigen - über 70 Prozent dieses Zuwachses entfällt auf Entwicklungs- und Schwellenländer.

Atomkraft: Keine Lösung in der Gaskrise
Dass Atomkraft indes keine Lösung des Problems des wachsenden Energiebedarfs sein kann, bekräftigte erneut Gabriel in Reaktion auf entsprechende Forderungen von Wirtschaftsministers Michael Glos. Dieser hatte vorgeschlagen, die Laufzeit von Atomkraftwerken angesichts der Gaskrise zu verlängern. Eine solche Einlassung sei abenteuerlich, musste Gabriel den Wirtschaftsminister belehren, da man mit Atomenergie nicht heizen könne und zudem eine gesicherte Entsorgung des Atommülls in weiter Ferne sei. "Die klimapolitischen Grundsätze der CDU/CSU stehen auf einer Stelle mit denen der Bush-Regierung", so Gabriel. Er nannte den effizienteren Umgang mit Gas durch bessere Wärmedämmung an Gebäuden sowie eine Steigerung des Einsatzes erneuerbarer Energien als sinnvolle Antworten auf die Gaskrise.

 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

Willkommen in Urmitz

Dr. Thorsten Rudolph MdB

Besucher:499306
Heute:47
Online:1

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

Ein Service von websozis.info