„Schule ohne Rassismus“ - Nahles wird Patin der St. Stephanus-Realschule plus

Veröffentlicht am 19.11.2011 in Pressemitteilung

Realschule Plus Nachtsheim

SPD-Generalsekretärin: Schulen in der ländlichen Region wie St. Stephanus-Realschule plus in Nachtsheim müssen erhalten bleiben

NACHTSHEIM: Wie kann die Politik auf Dauer die Schulen im ländlichen Raum erhalten? Wie schafft man berufliche Perspektiven für Lehrer und Lehrerinnen? Dies waren nur zwei Fragen, die das Kollegium um Rektor Hans-Jürgen Schmitz der St. Stephanus-Realschule plus in Nachtsheim bei einem Besuch der Bundestagsabgeordneten Andrea Nahles erörterten.

Die Verantwortlichen des 1972 als Mittelpunkt-Schule gegründete, 1997 als Regionale Schule und in diesem Jahr als Realschule plus umgewidmete Lernorts für derzeit 370 Schülerinnen und Schüler in der Verbandsgemeinde Vordereifel setzen sich mit dem Thema Zukunft ländliche Schule auseinander. „Nach einem Höhepunkt vor wenigen Jahren mit 415 bilden wir derzeit 370 Schülerinnen und Schülern aus“, erklärt Rektor Schmitz.

32 Lehrkräfte unterrichten in Nachtsheim. Im Lehrerzimmer sitzen sie dicht gedrängt. Platzmangel herrscht in jeder Ecke.

Es fällt auf, dass im Vergleich sehr junge Lehrkräfte den Schülern zur Verfügung stehen. 37 Jahre ist das Durchschnittsalter. Doch, so beklagen sie wie ihr Schulleiter, fällt mit zulässigen 96,5 Prozent Versorgung immer noch zu viel Unterricht aus. Aktuell liegt der Stand bei 92 bis 93 Prozent. Schmitz zeigt sich zuversichtlich: „Die Folgen der Schulreform sind zwar noch nicht absehbar. Dennoch ist die Konzeption Realschule plus hervorragend. Ziel aller ist, dass die ländliche Region trotz sinkender Schülerzahlen versorgt bleiben will und muss. Und man darf nicht am Personal sparen.“

Von den Überlegungen ihrer Lehrer und ihres Schulleiters zur künftigen sinnvollen und konzeptreichen Zukunft Schule bleiben Schülerinnen und Schüler relativ unbelastet. Schmitz legt mit seinen Kollegen wert auf gute Lernkonzepte. Unter anderen mit Heike Mohl, Sarah Steinmetz und Michael Walo, haben die jungen Leute einen Klassenrat eingerichtet, der über Projekte der Schule entscheidet. „Durch den Klassenrat und die Schülerverantwortung wird im schulischen Alltag Demokratie erfahrbar gemacht“ erklärt Michael Walo. Durch die Wahlen des Klassen- und Schülersprechers und die regelmäßigen Versammlungen wird Demokratie im Kleinen gelebt. Und auch die Juniorwahlen zur Landtagswahl 2011 bot eine interessante Erfahrung. Bei ihr lernten die Schülerinnen und Schüler eine simulierte Wahl unter realen Bedingungen kennen.

Ein Ergebnis hat alle Beteiligten erschreckt: 8,4 Prozent der Wahlberechtigten gaben der NPD ihre Erststimme. 6,3 Prozent die Zweitstimme. Ein Ergebnis, das dazu führte, dass sich die Schule mit ihren Lehrern Steinmetz und Walo nun am Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beteiligt. Gerne nahm Andrea Nahles das Angebot aller an, die Patenschaft über das Projekt zu übernehmen. Schmitz freute sich über die Zusage: „Wir blicken gemeinsam auf kooperative und ereignisreiche Projekte in der Zukunft“, schloss der Schulleiter, bevor Andrea Nahles sich von den Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 bis 10 „auf den Zahn fühlen ließ“, warum man den Politiker werde, warum sie in die SPD ging, welche Aufgaben sie betreut und warum. Nahles beantwortete die offenen und teils sehr direkten Fragen mit Humor und viel Freude „über das Interesse, das mir heute entgegen gebracht wurde.“ Ihr Fazit: „Mein Eindruck von dieser Schule ist sehr gut. Die Schüler fühlen sich offensichtlich wohl, und mir gefällst, dass hier niemand Scheu vor großen Tieren hat.“

 

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