RZ: Berliner Notizen - Nahles: „Spitzensteuersatz anheben“

Veröffentlicht am 19.08.2011 in Pressemitteilung

Was macht ein Bundestagsabgeordneter eigentlich in Berlin? Wie lebt und arbeitet er – und welche Positionen bezieht er zu aktuellen Themen? Die RZ-Serie „Berliner Notizen“ geht diesen Fragen regelmäßig nach. Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis schreiben ihre Notizen für Sie auf. Heute ist Andrea Nahles (SPD) an der Reihe.


Welche – möglicherweise „vergessenen“ – Themen drängen nach der politischen Sommerpause auf Lösungen?

Wir brauchen eine bessere Pflege alter und behinderter Menschen. Mehr gut ausgebildete Pflegekräfte, mehr Hilfen für die, die zu Hause bleiben wollen. Das kostet. Die CDU/FDP-Regierung in Berlin will eine private Kapital-Teilversicherung einführen in der bisher solidarisch finanzierten gesetzlichen Pflegeversicherung. Das lehnen wir ab. Es belastet einseitig Arbeitnehmer und Rentner und ist nicht sicher, weil die Finanzierung der Pflege so von den Kapitalmärkten abhängig gemacht wird. Wir Sozialdemokraten wollen stattdessen eine Bürgerversicherung. Von allen für alle!

Das Sommerloch hat die Debatte um eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes aufleben lassen: Ist das eine sinnvolle Kompensation, um kleinere und mittlere Einkommen zu entlasten?

Ich bin für die Anhebung des Spitzensteuersatzes und die Wiedereinführung der Vermögenssteuer in Deutschland. Überall in Europa bezahlen die einfachen Leute jetzt die Folgen der Finanzkrisen mit niedrigen Renten, Löhnen und hoher Arbeitslosigkeit gerade bei jungen Menschen. Eine gerechte Beteiligung derjenigen, die hohe Einkommen und Vermögen haben, ist deshalb unbedingt erforderlich. Wir müssen unser Land zusammenhalten – das ist viel wert, und das geht uns alle an.

Im Vorfeld des Papstbesuches gibt es auch Kritik: Ist die Reise zu teuer und sollte Benedikt XVI. im Bundestag reden dürfen?

Teuer ist die Reise des Papstes doch nur wegen der hohen Sicherheitsauflagen. Und die gelten für sehr viele wichtige Staatsgäste. Ich halte es für ein vorgeschobenes Argument. Deutschland darf sich freuen über diesen Besuch. Ich tue es und bin gespannt, was er für inhaltliche Schwerpunkte setzt. Mein Wunsch: Ich hoffe, er sagt etwas zu den Missbrauchsfällen, was den Opfern hilft.

Das hat mich besonders gefreut:

Ich war drei Wochen eben mal nicht in Berlin, sondern Zu Hause und in der Normandie, und das tat gut.

Das hat mich erschüttert:

Der irre Massenmord an jungen Sozialdemokraten in Norwegen. Ich selbst kenne Jens Stoltenberg und viele andere Freunde der Arbeiterpartei aus meiner Zeit als Jusovorsitzende. Die ganze Sinnlosigkeit und Brutalität der Attacke hat mich tief getroffen.

Darüber habe ich schallend gelacht:

Es gibt ein neues Produkt auf dem Markt für kleine Kinder: das Anti-Monster-Spray. Vor dem Schlafengehen in die Ecke des Zimmers sprühen – das hält sie (die Monster) fern. Hoffentlich. Ich hab mich als Kind jedenfalls sehr gefürchtet.

Rhein-Zeitung, 19. August 2011

 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

Willkommen in Urmitz

Dr. Thorsten Rudolph MdB

Besucher:499304
Heute:164
Online:1

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

Ein Service von websozis.info