Jusos: „Unsere ‚Leitkultur‘ heißt Grundgesetz“

Veröffentlicht am 05.01.2011 in Pressemitteilung

Jusos MYK kritisieren Klöckners aktuelle Äußerungen zur Integrationsdebatte

Die Aufregung um die Aussagen Thilo Sarrazins war noch nicht verstummt, da legten verschiedene Unionspolitiker auf Bundes- und Landesebene, allen voran Horst Seehofer, in der Debatte nach. So täten sich insbesondere Türken und Araber mit der Integration schwer. Deutschland, so Seehofer weiter, bräuchte keine Einwanderung aus diesen Kulturkreisen.

Auch die CDU-Landesvorsitzende Klöckner schaltet sich in die Debatte ein und forderte unter anderem härtere Sanktionen und eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber integrationsunwilligen Ausländern. Zugrunde liegt diesen Äußerungen das Acht-Punkte-Programm der rheinland-pfälzischen CDU zur Integration, in dem unter anderem eine Gleichstellung von Islam und Christentum abgelehnt wird. „Diese Haltung ist mehr als bedenklich“, so der Tenor der Kreis-Jusos. „Gerade von einer Partei, die das „C“ im Namen trägt, können Toleranz und Respekt gegenüber Andersgläubigen erwartet werden. Sachlich und inhaltlich muss die gegenwärtige Debatte geführt werden. Pauschalisierende Äußerungen von Julia Klöckner sind hier nicht hilfreich.“

Dies gilt aus Sicht der Jusos auch für den von der Union erneut herangezogenen Begriff der christlich-jüdischen „Leitkultur“. „Wir fragen uns: Was versteht die Union unter Leitkultur?“, so Johanna Ferber, Sprecherin der Kreis-Jusos. „Zwar haben in erster Linie Mitglieder der christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften Kunst und Kultur im deutschsprachigen Raum geprägt - doch wo ist dieses Schaffen und Denken jemals wirklich als Grundlage staatlichen Handelns betrachtet worden?“

„Als Fundament der Politik sollten wir in Deutschland einer anderen ‚Leitkultur‘ folgen. Sie heißt Grundgesetz und verpflichtet uns zum Respekt gegenüber dem Einzelnen, aber auch unmissverständlich zur Befolgung des hier gültigen Rechts. Dies und das Beherrschen der deutschen Sprache wollen wir von allen in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten fordern“, so Juso-Sprecher Tobias Querbach.

„In den Grenzen unserer freiheitlichen Verfassung herrscht in unserem Land Glaubens- und Religionsfreiheit“, ergänzt Sven Roedig. So sei Bundespräsident Wulff zuzustimmen, wenn er davon spreche, dass der Islam inzwischen zu Deutschland gehöre. „Wer in Wahlkampfzeiten aber von Null-Toleranz-Politik spricht und damit auf Stimmenfang geht, der darf sich nicht wundern, wenn man ihm plumpen Populismus unterstellt.“

 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

Willkommen in Urmitz

Dr. Thorsten Rudolph MdB

Besucher:499304
Heute:143
Online:1

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

Ein Service von websozis.info