Jobcenter: Union blockiert wieder

Veröffentlicht am 18.03.2009 in Bundespolitik

Die notwendige Reform der Arbeitsvermittlung stand kurz vor dem Ziel. Nun hat die Fraktion von CDU und CSU das Vorhaben gestoppt - auch gegen den Willen der Unions-Ministerpräsidenten. Ein "sehr peinlicher, aber was wichtiger ist, für viele Bürger sehr schlechter Vorgang", kritisiert Olaf Scholz.

Mit der erneuten Blockade, dieses Mal ausgehend von der Unionsfraktion, steigt die Unsicherheit für die Arbeitsuchenden und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den ARGEn, und unnötige Kosten entstehen.

In den so genannten ARGEn haben bislang Bund und Kommunen ihre Kräfte gebündelt, um Arbeitssuchenden Hilfe aus einer Hand anbieten zu können. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Dezember 2007 aber entschieden, dass dies eine unzulässige Vermischung von Aufgaben darstellen würde, da die föderale Struktur der Bundesrepublik eine direkte Zusammenarbeit von Bund und Kommunen nicht vorsieht.

Arbeitsminister Olaf Scholz hat daher gemeinsam mit den Ministerpräsidenten Kurt Beck und Jürgen Rüttgers einen Entwurf vorgelegt, demzufolge die etwa 350 ARGEn zu öffentlich-rechtlichen "Zentren für Arbeit und Grundsicherung" (ZAG) umstrukturiert werden sollten, in denen sich Kommunen und Arbeitsagenturen weiterhin die Aufgaben teilen. Dieser Entwurf stieß bei den Ländern auf Zustimmung. Auch das CDU-Präsidium und Angela Merkel haben diese Lösung unterstützt. Dies ist ein guter Vorschlag, der den Interessen aller Beteiligten gerecht wird. Mit dieser Lösung wäre gewährleistet, dass auch künftig Langzeitarbeitslose die bestmögliche Hilfe und Unterstützung aus einer Hand erhalten. Dies ist gerade in der Wirtschaftskrise wichtig. Einzig die CDU/CSU-Fraktion weigert sich, der Lösung zuzustimmen.

Ein "kollektiver Nervenzusammenbruch" der Unions-Fraktion, so Scholz. Mit dem Beschluss sei die Tür zur Verfassungsänderung zugeschlagen worden. "In dieser Legislaturperiode geht das nicht mehr." Dabei drängt die Zeit: die vom Bundesverfassungsgericht gesetzte Frist endet am 31. Dezember 2010. Aber allein die Umstellung der EDV werde mindestens eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen, weiß der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Gerd Landsberg. Die Verzögerung werde zu "großen organisatorischen und Ablaufschwierigkeiten führen".

Unverständnis auch in den unionsgeführten Bundesländern: "Was da jetzt passiert, ist arbeitsmarktpolitisch eine Katastrophe", sagte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Er sprach von einem "schweren Fehler". Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) forderte die Unionsfraktion im Bundestag auf, den "mühsam zwischen allen Bundesländern und dem Bundesarbeitsministerium ausgehandelten Kompromiss" nicht scheitern zu lassen.

 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

Willkommen in Urmitz

Dr. Thorsten Rudolph MdB

Besucher:499306
Heute:259
Online:2

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

Ein Service von websozis.info