Weniger Schul- und Ausbildungsabbrecher

Veröffentlicht am 23.10.2008 in Bildung

"Das Wichtigste ist die Verpflichtung der Länder, die Schulabbrecher zu halbieren", sagte Bundesarbeits- und Sozialminister Olaf Scholz zu den Ergebnissen des Bildungsgipfels. Gegen diese Forderung hatten sich die Unionsländer bis zuletzt gesträubt, obwohl sie längst Beschlusslage der Kultusministerkonferenz (KMK) ist.

Auch wenn die großen Fragen offen geblieben sind, begrüßte Scholz, dass sich Bund und Länder zumindest darauf einigen konnten, die Zahl der Schulabbrecher bis zum Jahr 2015 im Bundesdurchschnitt von 8 Prozent auf 4 Prozent zu halbieren. Der Arbeitsminister verwies darauf, dass 550.000 der rund drei Millionen Arbeitslosen keinen Schulabschluss haben - "die meisten davon sind Langzeitarbeitslose".

Als ein weiteres Ergebnis des Bildungsgipfels haben sich Bund und Länder verpflichtet, die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss bis zum Jahr 2015 von 17 Prozent auf 8,5 Prozent zu halbieren. Stange: Merkel verspielt Chance Als eine "herbe Enttäuschung" bezeichnete die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) in der SPD, Dr. Eva-Maria Stange, den Bildungsgipfel. Von einem Aufbruch in die Bildungsrepublik könne wirklich nicht die Rede sein. "Den großen Erwartungen, die die Bundeskanzlerin ein Jahr lang geweckt hat, konnte sie in keiner Weise Rechnung tragen", sagte Stange. Stange kritisierte, Frau Merkel hätte nach ihrer Bildungsreise quer durch die Republik wissen müssen, dass die drängenden Aufgaben in unserem Bildungssystem nur geschultert werden können, wenn auch mehr Geld in die Bildung investiert werde. "Es ist deshalb ein absolutes Armutszeugnis, dass statt konkreter Zusagen lediglich ein Arbeitskreis herausgekommen ist, frei nach dem Motto: Wer nicht mehr weiter weiß, gründet einen Arbeitskreis." Zugleich begrüßte sie die späte Einsicht der Union, dass mindestens 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für bessere Bildung benötigt werden. "Doch statt auf das Jahr 2015 zu vertrösten, braucht der Ausbau der Kindertagesstätten, der Ganztagsschulen und der Hochschulen dringend heute Lösungen."
 

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Dr. Thorsten Rudolph MdB

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