Geschlossen und neu aufgestellt

Veröffentlicht am 08.09.2008 in Bundespolitik

Der SPD-Parteivorstand hat Franz Müntefering als neuen Parteivorsitzenden und Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2009 nominiert. Franz Müntefering wird sich auf einem außerordentlichen Parteitag am 18. Oktober 2008 in Berlin zur Wahl stellen, teilte Frank-Walter Steinmeier am Montag in Berlin mit.

Der kommissarische SPD-Vorsitzende Frank-Walter Steinmeier betonte, dass er sich seine Kanzlerkandidatur gut überlegt habe. "Ich habe Respekt vor dem Amt, um dass ich mich bewerbe. Ich kenne das Kanzleramt seit vielen Jahren von innen", sagte der frühere Kanzleramtsminister des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder.

Im Parteivorstand habe er "in großer Eindringlichkeit an die Partei appelliert, jetzt Geschlossenheit und Disziplin zu wahren", damit die SPD bis zur Bundestagwahl 2009 ihre "Aufholjagd" starten könne. Nach seiner einstimmigen Nominierung durch den Parteivorstand bekräftigte der Vizekanzler, er trete "nicht an, um auf Platz zu spielen, sondern um auf Sieg zu spielen."

Müntefering: Die SPD hat "echte Chance"

"Ich bin überzeugt, er wird das gut machen - nicht nur die Kanzlerkandidatur, sondern auch den Job", begrüßte Franz Müntefering die Nominierung von Frank-Walter Steinmeier als SPD-Kanzlerkandidaten.

Zuvor war er bei fünf Enthaltungen und einer Neinstimme im Parteivorstand offiziell für das Amt des Parteivorsitzenden nominiert worden. Dies sei ein "gutes Ergebnis" und zeige, "dass man nicht einfach springt von einem zum anderen." Die Mitglieder des Parteivorstandes würdigten in ihren Beiträgen Kurt Becks Arbeit in den vergangenen Jahren.

Müntefering forderte die Sozialdemokraten zu Geschlossenheit und einem engagierten Wahlkampf im kommenden Jahr auf. "Die Wahl 2009 ist nicht entschieden", so der designierte SPD-Vorsitzende. "Wir haben eine echte Chance." Nun müssten die Sozialdemokraten sie nutzen. Die Union stelle die Bundeskanzlerin, habe aber nicht die Meinungsführerschaft. Es werde sich "noch mancher wundern über die Sozialdemokratie und ihre Bereitschaft zu kämpfen".

Franz Müntefering kündigte an, die Parteiführung werde mit den Stellvertretern, der Schatzmeisterin und dem Generalsekretär nach seiner Wahl "unverändert" bleiben. "Die Partei in ihrer Führung steht so, im Zentrum Frank-Walter Steinmeier." Dieser bekräftigte, es werde auch keine Veränderungen im Kabinett geben.

ZDF-Mediathek - Die Pressekonferenz mit Frank-Walter Steinmeier und Franz Müntefering.

 

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